„Lobgesang“, Symphonie-Kantate, Felix Mendelssohn Bartholdy, op.52, MWV A 18
                „Nun danket alle Gott“, Kantate Nr. 192, Johann Sebastian Bach, BWV 192
 
Ein tiefes musikalisches Erlebnis erwartet uns!
 

Die Symphonie-Kantate „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, nach „Elias“ und „Paulus“ ist das dritte grosse Werk von Mendelssohn, welches das Chorseminar aufführen wird. Sie gilt heute als gelungenes Beispiel für die sinfonische Konzeption von Mendelssohns geistlicher Musik, mit der er den Abstand zwischen Konzertsaal und Kirche überbrücken wollte. Dirigent Frieder Bernius sagt: "Mendelssohn hatte schon alle Erfahrungen mit Orchesterwerken hinter sich, als er diese Symphonie schreibt, aber er hat eben auch sehr viel geistliche Werke geschrieben und so ist für mich zumindest diese Symphonie eine Conclusio seines ganzen Schaffens". 

Mendelssohn stellte den Text aus Bibelworten und dem Choral "Nun danket alle Gott" zusammen, wobei er drei

Hauptthemen herausarbeitete: das Lob Gottes, Gottes treue zu denen, die auf seine Hilfe und auf seinen Trost hoffen, 

und der Aufstieg aus der Finsternis zum Licht. 

 

In der Kantate „Nun danket alle Gott“ verwendet J. S. Bach im ersten Satz die Worte aus dem Choral Nr. 8 von Mendelssohn. Die Kantate beruht textlich allein auf dem bekannten Kirchenlied. Sie gehört damit zu den wenigen Choralkantaten, die keine weiteren freien poetischen Texte enthalten. Dementsprechend gibt es auch keine Rezitative. 

 

Text: Nun danket alle Gott mit Herzen Mund und Händen,

        der grosse Dinge tut an uns und aller Enden,

        der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an

        unzählig viel zu gut und noch jetz gethan.

 

        Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben

        ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben

        und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort

        und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

 

        Lob Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne

        und dem der beiden gleich im hohen Himmelsthrone,

        dem dreieinigen Gott als der ursprünglich war

        und ist und bleiben wird jetzt und immerdar.