Gedanken zu Mozarts Requiem KV 626  (1756 - 1791) 

 

Mozarts Ende kam viel zu früh. Am 5. Dezember 1791 starb er mit nur 35 Jahren - mitten in der Arbeit an seinem letzten Werk, dem Requiem. Es wurde sein eigenes. Klänge der Verzweiflung, so kraftvoll und stark, dass sie unmittelbar berühren. 

Das Requiem ist von Geheimnissen umwittert. Aus dem vermeintlich rätselhaften Mäzen, der das Werk bestellte und der tödlichen Krankheit, der Mozart während der Arbeit erlag resultierte eine makabre Legende: Der Meister habe hier seine eigene Totenmesse geschrieben, die ein Auftrag des Todes selbst gewesen sei. 

Im September begann er mit der Niederschrift der Komposition, musste sie aber wegen anderer Aufträge unterbrechen.  

Seine ohnehin schwache Gesundheit war äußerst angegriffen und verschlechterte sich zusehends, so dass er wohl auf den Gedanken kommen konnte, er arbeite an seiner eigenen Totenmesse. Fieberhaft versuchte er diese Komposition zu Ende zu bringen. Er spürte aber wohl schon, dass ihm das nicht mehr gelingen werde. Mit seinem Schüler Süßmayr besprach er die noch zu komponierenden Sätze bis ihm der Tod die Feder aus der Hand nahm. 

Vielleicht ist es das Menschliche, was dieses Requiem so gross macht. Es ist keine Musik aus einer anderen Welt, keine jenseitige Schönheit. Kein heller, himmlischer Klan. Mozart verzichtet auf die hohen Holzbläser, es ergibt sich ein weicher, dunkler Klang. Es ist Erdenmusik - für die, die sterben müssen und für die, die bleiben müssen, den Verlust erleiden. 

Und doch ist der Tod nicht nur das Tor zum Himmel, sondern auch der Schritt zum gefürchteten Gericht, wie es in der Sequenz der Totenmesse bildhaft vorgestellt wird. So schwankt Mozarts Requiem überdeutlich zwischen demütigem Bitten und Zuversicht ob der Erlösung durch Jesus Christus einerseits und der Angst des sündigen Menschen vor dem unbestechlichen, mächtigen Richter, vor dem jeder Mensch einmal stehen wird, andererseits.

 
Die Uraufführung erfolgte am 2. Januar 1793 bei einem Benefizkonzert des Barons van Swieten zugunsten Mozarts Frau Constanze.

 

Vorwort zum Mozart Requiem von   William Maxfield,  Gesamtleitung    zum Vorwort

 

Eine eindrückliche Interpretation von Mozarts Requiem   >>>Link

 

Werbetext im Liechtensteiner Vaterland zum Mozart Requiem     zum Bericht

 

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